Zwischen den nebelverhangenen Hängen der Virunga-Vulkane und den dichten Wäldern des Bwindi-Nationalparks lebt eines der faszinierendsten und zugleich am stärksten gefährdeten Tiere unserer Erde: der Berggorilla.
Mit seinem dichten schwarzen Fell, dem durchdringenden Blick und seiner imposanten Erscheinung wirkt der Berggorilla auf den ersten Blick einschüchternd – und doch sind es sanftmütige Wesen mit einem feinfühligen Sozialverhalten, das uns Menschen näher ist, als man vielleicht denkt.
Bedroht, aber nicht vergessen
Der Berggorilla gehört zur Art der Östlichen Gorillas (Gorilla beringei) und ist eine von zwei Unterarten. Mit nur rund 1.000 Individuen in freier Wildbahn zählt er laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) zu den stark gefährdeten Arten.
Die größten Gefahren für Berggorillas sind:
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Lebensraumverlust durch Abholzung und Landwirtschaft
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Krankheiten, insbesondere durch Kontakt mit Menschen (z. B. Atemwegserkrankungen)
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Wilderei, auch wenn sie seltener direkt auf Gorillas abzielt
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Konflikte und politische Instabilität in den Verbreitungsgebieten (z. B. DR Kongo)
Doch es gibt auch Hoffnung: Dank intensiver Schutzmaßnahmen – wie dem Ökotourismus, Rangerpatrouillen und der medizinischen Versorgung durch Projekte wie das Mountain Gorilla Veterinary Project – konnte sich der Bestand in den letzten Jahren stabilisieren.
Wusstest du schon…?
🐵 Gorillas sind Vegetarier. Auf ihrem Speiseplan stehen über 100 verschiedene Pflanzenarten, vor allem Blätter, Triebe und Früchte.
🐵 Jede Gorilla-Nase ist einzigartig. Forscher können einzelne Tiere anhand ihrer Nasenform und -falten unterscheiden – ähnlich wie ein Fingerabdruck.
🐵 Ein Silberrücken kann über 180 kg wiegen – doch trotz ihrer Kraft sind männliche Gorillas meist ruhig und vermeiden Konflikte.
🐵 Gorillas kommunizieren mit über 20 verschiedenen Lauten. Sie benutzen außerdem Mimik, Gestik und sogar Körpersprache zur Verständigung.
🐵 Sie teilen 98 % ihrer DNA mit uns Menschen. Ihr Verhalten – das Trösten, Spielen oder Trauern – wirkt oft erschreckend vertraut.
Zeichnung eines kleinen Berggorilla-Babys
Als ich das kleine Gorilla-Baby für meine Zeichnung ausgewählt habe, war mir sofort klar: Hier braucht es einen besonderen Ausdruck. Nicht nur die typische Körperhaltung oder das weiche Fell – sondern vor allem diese Mischung aus Neugier und Verwundbarkeit, die junge Tiere so oft zeigen.

Ich habe versucht, das Fell mit vielen zarten Strichen Schicht für Schicht aufzubauen, um dem typischen dichten Haarkleid der Berggorillas gerecht zu werden. Besonders wichtig war mir der Blick – offen, ruhig, aber wachsam. Vielleicht erinnert er uns daran, dass diese Tiere zwar stark wirken, aber dringend unseren Schutz brauchen.
Die Zeichnung soll nicht nur ein Porträt sein, sondern ein kleiner Appell: Schau hin. Versteh. Und schütze.
Was wir tun können
Vielleicht denkst du: Was kann ich aus der Ferne schon tun? Tatsächlich gibt es mehrere Möglichkeiten, wie auch wir zum Erhalt der Berggorillas beitragen können:
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Aufklärung unterstützen – wie durch das Teilen von Beiträgen oder das Bewusstsein für bedrohte Arten.
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Artenschutzorganisationen spenden, z. B.:
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Dian Fossey Gorilla Fund
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WWF
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Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.
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Nachhaltigen Tourismus fördern – wer einmal Gorillas im Nebelwald gesehen hat, wird sie nie vergessen.
Fazit
Der Berggorilla ist ein Symbol für Hoffnung – und für unsere Verantwortung. Dass er heute noch in freier Wildbahn existiert, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger, oft lebensgefährlicher Schutzarbeit.
Mit jedem Pinselstrich, jedem Beitrag, jeder Spende und jedem Gespräch können wir dazu beitragen, dass diese sanften Riesen auch morgen noch durch den Nebel der Berge streifen.
Noch mehr Facts über den Berggorilla:
🌿 Sie bauen jeden Abend ein neues Nest.
Gorillas schlafen nicht einfach irgendwo – sie flechten sich aus Ästen und Blättern ein frisches Nest. Jeden Abend. Babys schlafen meist bei der Mutter, Erwachsene lieber allein.
🦍 Sie sind echte Familienwesen.
Eine Gorilla-Gruppe – auch „Truppe“ genannt – besteht meist aus einem Silberrücken, mehreren Weibchen und ihrem Nachwuchs. Die Tiere leben eng zusammen, kümmern sich umeinander und spielen gemeinsam.
👶 Gorilla-Babys wiegen bei der Geburt nur etwa 2 kg.
Damit sind sie so leicht wie ein menschliches Neugeborenes – und mindestens genauso hilfsbedürftig. In den ersten Monaten klammern sie sich ununterbrochen an ihre Mutter.
📏 Ein ausgewachsener Silberrücken kann eine Spannweite von bis zu 2,5 Metern haben.
Wenn er sich aufrichtet, ist er etwa 1,80 m groß – und trotzdem liebt er es, gemütlich am Boden zu sitzen und zu grunzen.
😮 Gorillas furzen häufig – und laut.
Kein Scherz: Ihre pflanzliche Ernährung produziert einiges an Gas. In freier Wildbahn ist das manchmal sogar ein Hinweis für Forscher, dass eine Gruppe ganz in der Nähe ist.
📚 Berggorillas wurden erst 1902 entdeckt.
Obwohl sie heute weltbekannt sind, wusste man bis ins 20. Jahrhundert nichts von ihrer Existenz. Das liegt auch daran, dass sie in schwer zugänglichen Bergregionen leben.
🌍 Sie leben nur in zwei kleinen Gebieten in Afrika.
Die einzigen Lebensräume der Berggorillas sind:
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die Virunga-Vulkane (an der Grenze von DR Kongo, Ruanda und Uganda)
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der Bwindi-Impenetrable-Nationalpark in Uganda